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Tag 321.02.2020
09:00 - 10:00Plenarvortrag 4: Dr. Bernd Helmbold, Deutsch Digital – wie Apps, MOOCS und Learning Analytics unseren Unterricht verändern
Lernen und Fremdsprachenunterricht befinden sich im Umbruch! Die Verknüpfung des Lernorts Schule mit der Vermittlung des Wissens und noch mehr mit der Fokussierung auf die Entwicklung von Schlüsselqualifikationen stellt die Lehrkräfte, aber auch die Schulträger vor neue Herausforderungen. Die multimodale Nutzung von Medien wird zur Selbstverständlichkeit, mobiles Lernen und Arbeiten wird immer mehr vorausgesetzt. Schüler und Lehrkräfte sind mit einer sich ständig verändernden Umwelt konfrontiert, die es erfordert, Medien zu beherrschen. Für den Fremdsprachenunterricht ist dies eine Chance, durch die Anwendung verschiedener Informationskanäle und mit neuen Ansätzen Wissen zu vermitteln, Sprachkönnen zu trainieren und Schlüsselqualifikationen besser auszuprägen.
Zum Portfolio der digitalen Bildung gehören viele Aspekte, die sich sinnvoll und an zahlreichen Stellen in den vorhandenen Unterricht integrieren lassen. Dazu gehören insbesondere wichtige Skills wie Problemlösung, kritisches Denken oder aber auch Kommunikation und Teamwork. All diese Fähigkeiten lassen sich durch den Einsatz von Technologien und modernen Lehrkonzepten gezielt fördern und können klassischen Unterricht auf vielfältige Weise sinnvoll ergänzen. In der Regel wird mit dem Einsatz digitaler Medien kein Ersatz von Lehrkraft oder Präsenzveranstaltungen angestrebt, sondern die sinnvolle Integration digitaler Medien in den bekannten Lernformaten. Der Vortrag möchte auf Basis der Entwicklung des Einsatzes digitaler Medien vom Enrichment zur Integration aktuelle Trends wie Learning Apps und MOOCs betrachten und Potentiale und derzeitige Grenzen von Learning Analytics diskutieren. Auf Grundlage aktueller Forschungen zum Thema digitales Lernen werden theoretische Ansätze und didaktische Konzepte vorgestellt, welche wir leisten können und die unseren Unterricht bestimmen sollten.
Ph.D. M.Sc. Bernd Helmbold hat Wissenschaftsgeschichte und DaF/DaZ studiert. Er war als Lehrer für Deutsch und Deutsch als Fremdsprache tätig und hat an der FSU Jena promoviert. Er forscht und lehrt im Bereich Medienentwicklung und -didaktik und berufsorientierter Fremdsprachenunterricht. Er ist Studiengangsleiter des Weiterbildungsstudiums „Deutsch unterrichten – Grundlagen für die Praxis“ in Kooperation mit dem Goethe-Institut und Studiengangsleiter des Bachelorstudiengangs DaF/DaZ der FSU Jena. Sein aktuelles Habilitationsprojekt beschäftigt sich mit der Entwicklung von DaF-Lehrkräften im Weiterbildungsstudiengang „Deutsch unterrichten“.
10:15 - 11:45Slot 5
Raum 1Dr. Cristina Andrea Sereni (S3)
Die Menschwerdung als ständige Neugeburt im Rahmen des technischen Fortschritts und des Posthumanismus: Vorschläge zur Behandlung aktueller philosophischer Debatten im fortgeschrittenen Deutschunterricht am Beispiel Peter Sloterdijks
Es geht in diesem Beitrag um Vorschläge zur Behandlung aktueller philosophischer Debatten im fortgeschrittenen Deutschunterricht am Beispiel Peter Sloterdijks. Ziel ist, darzustellen, inwiefern aktuelle philosophische Debatten innerhalb des deutschen Sprachfeldes im DaF-Unterricht vermittelbar sind. Besonders interessant ist der dritte Band der Sphären-Trilogie, in der der provokative Philosoph versucht, soziale Sachverhalte mittels biologischer, technischer und klimatologischer Metaphern zu erfassen.Teilnehmende werden an diesem und weiteren Beispielen einen Einblick auf die Möglichkeiten bekommen, die sich auftun, kommende Themenschwerpunkte des Sprachdiploms II –  Digitale Welt in Deutschland, Migration nach und Integration in Deutschland oder auch Gesundheit in Deutschland – auf kreative Weise zu bearbeiten.
Johannes Köck (S1)
Migrationsgesellschaftliche Erinnerungsorte auf heimatkritischer Grundlage. Konturen eines Didaktisierungskonzeptes für die Erwachsenenbildung DaF/DaZ
Der Vortrag Migrationsgesellschaftliche Erinnerungsorte auf heimatkritischer Grundlage. Konturen eines Didaktisierungskonzeptes für die Erwachsenenbildung DaF/DaZ beabsichtigt die Klärung und Definition der Begriffe heimatkritisch und migrationssensibel. Bislang wenig beachtete migrationsgesellschaftliche Erinnerungsorte werden didaktisch fruchtbar gemacht und zu einem Bestandteil diskursiver, heimatkritischer und migrationssensibler Landeskunde. Erinnerungsorte sollen nicht im Sinne nationaler Identitätsstiftung verstanden werden, sondern vielmehr im Hinblick auf ihre ermächtigende Funktion für Migrant*innen und Flüchtende, ohne diese als homogene Gruppe zu konstruieren oder als Opfer zu stigmatisieren. Am Ende wird der Raum diskursiv geöffnet und in einer plenaren Diskussion auch ein Bezug zum südamerikanischen Kontext hergestellt.
Dr. Mário Gomes (S3)
Philologische Dispositive
Dass die nach wie vor gängige Auffassung der Literatur als Sprachkunstwerk im sogenannten Zeitalter des Digitalen zu eng gedacht ist, erschließt sich nicht nur medientheoretisch. Mit der Gleichschaltung von Sprache, Ton, Bild lässt sich schlussendlich alles, was unterhalb der Oberfläche des Interface liegt, auf Sprache reduzieren. Diese Aufweichung der Grenzen zwischen den kanonischen Künsten erfordert einen wesentlich breiter gefassten Begriff von Literatur. In diesem Zusammenhang bietet der Begriff der „Expanded Literature" mögliche Ansatzpunkte, um Literatur neu zu überdenken. Welche Implikationen dies auf die Theorie aber auch auf die Lehrpraxis hat, soll in diesem Vortrag kurz umrissen werden.
Raum 2Carina Schumann (S3)
Über Sprachmittlung und Arbeitsanweisungen im DaF-Unterricht (oder: Was „Fassen Sie den Text zusammen.“ mit x+y-z = 0 zu tun hat)
Der Beitrag zeigt auf, warum Sprachmittlung eine sinnvolle Komponente im FSU ist und wie sprachmittlerische Aktivitäten erfolgreich integriert werden können. Darüber hinaus wird die These aufgestellt, dass durch das Einbeziehen übersetzungstheoretischer Grundlagen zur Sprachmittlung generell klarere und authentischere Arbeitsanweisungen gegeben werden können. Der Hauptteil des Beitrags besteht in der Analyse des DaF-Lehrwerks Sicher! (Hueber). Es werden Ideen vorgestellt, wie Übungen und Aufgaben angepasst oder ergänzt werden können, um 1) Sprachmittlung vermehrt in den Unterricht einzubeziehen und 2) Arbeitsanweisungen zu optimieren.
Facundo Moyano / Julieta Canavosio (S3)
Reflektionen über die Übersetzung von Graphic Novels
Ausgangspunkt ist die Frage nach dem Potenzial der Graphic Novel im Übersetzungsunterricht unter Berücksichtigung nicht nur des Zusammenwirkens von Text und Bild, sondern auch der sprachlichen wie kulturbezogenen Dimension. Sie findet ihren Ursprung in einer sehr beliebten und verbreiteten Gattung: dem Comic. Von diesem unterscheidet sie sich grundsätzlich in der Tiefe der behandelten Themen sowie in der ästhetischen Aussagekraft ihrer Bilder. Wegen einem hohen Verwandtschaftsgrad zu anderen Textsorten (Prosa, Gedicht oder Theater) bietet die Graphic Novel vielfältige Interpretationen und Lektüren. Die Analyse ihrer linguistischen und paralinguistischen Elemente sowie der Komplexität der Übersetzungsprobleme erscheint als sinnvoll und bereichernd für den Übersetzungsunterricht.
Raum 3Carlos Raffo / María Agustina Abrile (S1)
Lernmaterialien im Deutschunterricht: kontextsensibel?
Die Vielfalt an Lernmaterialien, die für den Fremdsprachenunterricht zur Verfügung stehen, nimmt unverzüglich Einfluss auf die Unterrichtsplanung. Ein erfolgreicher Fremdsprachenunterricht bestimmt sich u.a danach, ob diese gebrauchten Lernmaterialien geeignet sind, Lernfortschritte zu entwickeln und ob sie auch mit der Umgebung der Lernenden verbunden sind. Demzufolge sollen Lehrkräfte auch dazu angeregt werden, Lernmaterialien mit Blick auf die konkrete Lernsituation der Lernenden bzw. auf den kontextsensiblen Fremdsprachenunterricht zu prüfen und selber zu erstellen. Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, erste Ergebnisse einer Forschung über Lernmaterialentwicklung vorzustellen. Im Wesentlichen wird das erstellte Material präsentiert, das für den Einführungskurs an der Universität konzipiert wurde.
Prof. Dr. Hermann Funk (S3)
DLL & Dhoch3 – zwei Online Angebote deutscher Mittlerorganisationen im Vergleich
In groß angelegten Projekten legen sowohl das Goethe-Institut als auch der DAAD Materialien zur Aus- und Weiterbildung von DaF-Lehrkräften vor erarbeitet von Autorinnen und Autoren von jeweils ca. 10 deutschen Universitäten. Beide Angebote sind auf einer Moodle Plattform publiziert. Im Kurzvortrag sollen weitere Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden. Der Referent war an beiden Projekten als Autor beteiligt und hat an ihren Konzepten mitgewirkt.
Alyssa Rösler (S1)
Der Einsatz von Erklärvideos zum Erwerb von Fachwissen und Fachsprache im deutschsprachigen MINT-Unterricht
Immer häufiger nutzen Jugendliche frei zugängliche Erklärvideos, um sich schulische Inhalte zu erschließen und sie zu vertiefen. Dabei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten diese auch aktiv in den
Unterricht einzubinden. So können sie im MINT-Unterricht zugunsten des Spracherwerbs eingesetzt werden und zeitgleich eine Schnittstelle zwischen Freizeit und Schulleben darstellen. Mithilfe von Kommunikationsmodellen zum MINT-Unterricht werden Kriterien betrachtet, die den Lernprozess durch Erklärvideos fördern. Sie unterstützen Lehrkräfte dabei, solche Erklärvideos auszuwählen und zu erstellen, die es nicht nur ermöglichen, den fachlichen Inhalt zu erschließen, sondern zeitgleich auch den Erwerb der Fachsprache zu fördern.
Raum 4Raquel Menezes (S3) Gendersensibler DaF-Unterricht am Beispiel deutschsprachiger RaptexteIn der vorliegenden Arbeit geht es um die Diskursanalyse deutschsprachiger Raptexte und es wird folgender Forschungsfrage nachgegangen: Inwiefern können feministische Raptexte zu einem gendersensiblen DaF-Unterricht beitragen? Sowohl weibliche als auch männliche Lehrwerkfiguren werden in Lehrwerken oft in traditionellen klischeehaften Rollen vorgestellt (Lutjeharms und Schmidt, 2006). Die Arbeit verfolgt also das Ziel, Denkanstöße für eine gendersensible DaF-Praxis vorzuschlagen. Den Teilnehmenden werden praktische Übungen zum Einsatz des Rap mittels der Didaktisierung von zwei Raptexten präsentiert. Die vorgeschlagenen Beispielübungen dienen als Impuls für eine ergänzende Arbeit zum Thema der Gleichstellung der Geschlechter auf spielerische Weise.
Charlotte Steinke (S3)
Mitreden! Alternative Herangehensweisen im Bereich Landeskunde mit Musiktexten, Musikvideos und anderen Materialien
Ausgehend von den meist unbefriedigenden Lehrmaterialien im Bereich Kultur und Landeskunde soll der Ansatz der diskursiven Landeskunde (Altmayer 2016) vorgestellt und u.a. anhand der Präsentation des Lehrwerks "Mitreden" und der Auseinandersetzung mit den im Seminar "Cultura Alemã" eingesetzten Materialien analysiert werden. Ziel der diskursiven Landeskunde ist es, die Lernenden dazu anzuregen, sich an den deutschsprachigen Diskursen zu beteiligen. Es geht also um die Vermittlung dessen, wie in deutschsprachigen Diskursen verschiedene Inhalte konstruiert werden. Es ging im Seminar "Cultura Alemã" also zum Beispiel nicht um „Fakten über München" sondern um Vorstellungen und Zuschreibungen, die durch die Materialien zu München vorgenommen werden.
Raum 5WS23
André Moeller (S1)
Deutsche Welle: News im Klassenzimmer – Deutsch lernen mit Nachrichten
Nachrichten informieren über das Weltgeschehen und vermitteln praxisnahe Sprachkenntnisse. Die Deutsche Welle produziert spezielle Nachrichten und Hintergrundberichte, die auf die Bedürfnisse von Sprachschülern abgestimmt werden. Denn als Auslandsrundfunk Deutschlands verbreitet die DW nicht nur weltweit journalistische Programme, sondern auch solche zur Förderung der deutschen Sprache. Sämtliche Medieninhalte und Begleitmaterialien zum Deutschlernen orientieren sich am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen und können kostenlos heruntergeladen werden. Lernen Sie das vielfältige Angebot der DW zur Unterrichtsgestaltung kennen und erfahren Sie, wie Sie das Lehrbuch mit aktuellen multimedialen Inhalten ergänzen. Der Workshop zeigt, wie einfach journalistische Texte, Audios und Videos im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden können!
Raum 6WS24
Mariana Silvia Wünsch / María Cristina Lewandowski (S1)
Kindergartenprojekt: ,,Geschichten mit Wölfen"
Im Rahmen eines Kindergartenprojektes ,,Geschichten mit Wölfen", in dem die fünfjährigen Gruppen des ,,Insituto Ballester” teilgenommen haben, möchten wir das Ergebnis vorstellen. Verschiedene Impulse haben uns zur Vorbereitung dieses Thema geführt. Wir haben bemerkt dass man im Kindergarten einen beschränkten Wortschatz im Unterrichtsalltag benutzt, der sich hauptsächlich zu Routinen anpasst. Wir haben die Geschichte: ,,Eine Tasse Zucker” anhand von Handpuppen erzählt und danach wurde, wie im Kino, ein Film gedreht. Damit möchten wir spezielle methodische und didaktische Herausforderungen darstellen, die im DaF Unterricht im Vorschulalter vorkommen. Diese Idee können die Teilnehmenden anwenden und auch als Anregung für andere Geschichten benutzen.
Raum 7WS25
Valeria Wilke / Daniela Oliver (S3)
Kreative Arbeit mit Slam Poetry im DaF-Unterricht mit fortgeschrittenen Lernenden (B2)
Dieser Workshop hat die kreative Arbeit mit Slam Poetry im DaF-Unterricht mit fortgeschrittenen DaF-Lernenden zum Ziel. Es werden zuerst theoretische Aspekte zum Genre sowie die Möglichkeiten der Arbeit mit diesen Gedichten im Fremdsprachenunterricht behandelt. Im Anschluss wird ein Unterrichtsvorschlag präsentiert, der im Rahmen des Seminars Lengua Alemana III (Niveau B2) an der Sprachenfakultät erprobt wurde, und die Workshop-Teilnehmenden haben dann die Möglichkeit, selbst Unterrichtsentwürfe für ihre eigenen Zielgruppen zu entwickeln und vorzustellen. Zuletzt wird über Vor- und Nachteile des kreativen Umgangs mit Slam Poetry im DaF-Unterricht reflektiert und diskutiert.
Raum 8WS26
Claudia Ullrich (S2)
Lernvideos im DaF-Unterricht: Warum, wann und wie?
Lernvideos werden immer allgegenwärtiger: erstellt von Lehrenden und Lernenden, für den Präsenzunterricht oder im flipped classroom, als Evaluationsmedium, aber auch von Verlagen als Begleitmaterial zum Lehrwerk. Bevor man nun aber dieses Medium nur der Medienorientierung wegen einsetzt, muss man sich vor allem fragen, wann und wofür Lernvideos sinnvoll sind. Erst danach kann man sich damit beschäftigen, wie diese Videos konzipiert, erstellt, gespeichert und zur Verfügung gestellt werden können. Um künftig selbst mit Lernvideos zu arbeiten, werden einige Beispiele analysiert und deren Charakteristika definiert. Anschließend werden konkrete Einsatzmöglichkeiten definiert und zur praktischen Erfahrung verschiedene (kostenlose) Programme zur Edition von Lernvideos vorgestellt und ausprobiert.
Raum 9WS27
Dr. Olivia C. Díaz Pérez
Mit fremden Zungen sprechen: Literatur im DaF-Unterricht
In unserem Workshop werden wir uns mit Autoren auseinandersetzen, die einerseits der sogenannten Migrationsliteratur angehören und andererseits sich in ihren Texten mit dem Motiv der Zunge als Metapher für den Erwerb der deutschen Sprache beschäftigen. In Elias Canettis Roman Die gerettete Zunge wird die Zunge gerettet und somit die deutsche Sprache, die Canetti als die Sprache seines literarischen Werkes ausgewählt hat. Wir werden uns hauptsächlich einigen Texten der Autoren Emine Sevgi Özdamar und Dimitré Dinev widmen, die im DaF-Unterricht eingesetzt werden könnten.
11:45 - 12:15Kaffeepause
12:15 - 13:45Slot 6
Raum 1WS28
Gabriela Börschmann (S1)
Theater im DaF-Unterricht - Eine Kombination von Wissenschaft und Praxis
Dramapädagogische Methoden sind ein hervorragendes Instrument, Lernende ihrer Zielsprache mit Spiel und Freude erfolgreich näherzubringen. Die meisten Lehrkräfte stehen der Integration theaterpädagogischer Elemente in den eigenen Unterricht offen gegenüber, bei der Umsetzung allerdings herrscht häufig Unsicherheit. Es bedarf des praktischen Begreifens jener besonderen Unterrichtsform, die geübt sein will. Als Lehrende sollten wir immer wieder Gelegenheiten erhalten, in die Rolle der Lernenden zu schlüpfen und entsprechende Methoden selbst auszuprobieren. Dieser Workshop soll eine solche Gelegenheit sein und Möglichkeiten aufzeigen, wie Theaterimpulse für die Fremdsprachenvermittlung genutzt und ohne große Vorbereitungsarbeit im Unterricht eingesetzt werden können.
Raum 2WS29
Prof. Dr. Mario Luis López Barrios (S1)
Wie entwirft man kontextsensible Lehr- und Lernmaterialien für DaF?
Kontextsensible Lehr- und Lernmaterialien tragen den Besonderheiten des Lehr- und Lernprozesses sowie den soziokulturellen Bedingungen und den geltenden curricularen Vorgaben, unter denen der Unterricht verläuft, Rechnung und werden für bestimmte Lernergruppen konzipiert. Dies setzt Fachwissen, Bereitschaft und Arbeitszeit voraus, um die bestehenden Materialien gegebenenfalls zu adaptieren oder neue zu entwerfen. Im Workshop werden zuerst charakteristische Eigenschaften kontextsensibler Materialen dargestellt, danach werden zwei bis drei dieser Merkmale zur Analyse von Lernaktivitäten herangezogen und schließlich werden die Ergebnisse mit der Gruppe geteilt. Es wird erwartet, dass DaF-Lehrende ihr Bewusstsein für kontextsensible Lehrmaterialien erweitern und theoretisch fundierte Anregungen für die eigene Praxis gewinnen.
Raum 3WS30
Katarzyna Drausal (S2)
Hausaufgaben im 21. Jahrhundert
Die Verwendung von neuen Medien gehört zum Alltag moderner Menschen. Kinder wachsen in einer von digitalen Medien überfüllten Welt auf, in der das Vorhandensein und der Gebrauch elektronischer Geräte selbstverständlich sind. Es ist erforderlich, dass der Fremdsprachenunterricht diese Entwicklung berücksichtigt, auch wenn es um Hausaufgaben geht. Wie man Computer, Internet, Smartphone sinnvoll bei den Hausaufgaben einbinden kann? Welche kreative, innovative und sinnvolle Hausaufgaben Lehrer aufgeben können, um die Schüler zu Hausaufgaben zu ermuntern? Diese Fragen beantworten wir während des Workshops.
Raum 4WS31
Daniela Muß (S2)
Fehler und Fehlerkorrekturen
Fehler sind ein wichtiger Prozess im Fremdspracherwerb, dennoch werden sie von den Lernenden oft als etwas Negatives empfunden. Das stellt Lehrkräfte vor die Herausforderung, Fehler im Unterricht nicht nur als Instrument der Leistungsmessung zu nutzen, sondern sie in Zusammenhang mit Lernfortschritten zu setzen. Was ein Fehler genau ist, wird oft als gegeben vorausgesetzt bzw. den Lehrkräften überlassen. Wir wollen in diesem Workshop zunächst klären, welche Arten der Fehlerdefinition und -klassifikation zugrunde gelegt werden können und unser eigenes Korrekturverhalten untersuchen. Darüber hinaus sollen die Besonderheiten und Möglichkeiten der schriftlichen und mündlichen Fehlerkorrektur ausgearbeitet, ausprobiert und diskutiert werden.
Raum 5WS32
Sebastian Wittkopf (S1)
„halt einfach mal“ authentisch sprechen mit Modalpartikeln im DaF-Unterricht
Modalpartikeln wie „halt, einfach, mal, eben, ja, wohl,...“, auch als „Läuse im Pelz einer Sprache“ bekannt, werden von Muttersprachler*innen in der gesprochenen Sprache höchst frequent verwendet. Gleichzeitig stellt ihre Integration in den kommunikativen DaF-Unterricht aufgrund der je nach Kontext und Intonation unterschiedlichen Semantik eine Herausforderung für Lernende und Lehrende dar. Nichtsdestotrotz zeugt ihr aktiver Gebrauch in der gesprochenen Sprache von einer hohen Sprachkompetenz und lässt einen Gesprächsbeitrag authentischer erscheinen, weswegen eine stärkere Einbindung in die Didaktik anzustreben ist. Im Workshop gehen die Teilnehmenden folgenden Fragen nach: Wie werden Modalpartikeln im Deutschen verwendet? Welche Funktion erfüllen sie? Welche praktischen Möglichkeiten und Methoden bieten sich im DaF-Unterricht zur Vermittlung der Modalpartikeln an?
Raum 6WS33
Rainer Koch (S3)
Entdecken Sie Ihr Netzwerk neu – vernetzter, emotionaler, zugänglicher!
Netzwerk Neu ist mit seinen spielerischen und aktivierenden Aufgaben und dem Einbezug der Mehrsprachigkeit das moderne und innovative Lehrwerk – die Neubearbeitung betont gerade die soziale Dimension des Lernens und die Motivation der Teilnehmer noch stärker. Die Vernetzung neuer digitaler und analoger Medien trifft zudem den Nerv der Lernenden und bildet deren Lebenswelt ab. Das klare Layout und die schlüssige Progression unterstützen einen erfolgreichen Unterricht, in dem die Lernziele nicht einfach abgehakt, sondern aktiv angewendet werden können. Entdecken Sie in diesem Workshop Ihr Netzwerk Neu!
Raum 7WS34
Prof. Dr. Paulo Astor Soethe (S3)
Deutschsprachige Presse in Brasilien und Argentinien: eine Zukunft für die Vergangenheit - auch im Deutschunterricht
Mit der Erfassung, Digitalisierung und Erforschung von Zeitungen in deutscher Sprache, die in Südamerika ab Mitte des 19. Jahrhunderts zirkulierten, eröffnet sich fürs Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache in der Region ein Horizont der Forschung, der Erneuerung von Aspekten der Kulturvermittlung im praktischen Unterricht und der internationalen Anschlussfähigkeit für wissenschaftlich engagierte Lehrerinnen und Lehrer. Der Workshop befasst sich mit technischen, methodischen und epistemologischen Aspekten des digitalen Umgangs mit dem Material und stellt zum Schluss Einzelbeispiele aus brasilianischen Zeitungen vor, in denen es um Themen geht, die - auch in Argentinien - für den Deutschunterricht geeignet sein können.
Raum 8WS35
Silvia Beatriz Carrasco (S3)
Gamification im Unterricht: Breakout und andere spielerische Aktivitäten
Mit der Digitalisierung ist jetzt Edutainment ein Begriff, unter dem jetzt auch die Serious Games in den Unterricht einziehen. Wir werden Beispiele zum Einsatz dieser Spiele im Unterricht besprechen und über die Grenzen derselben. Wir werden auch analoge Spiele wie Breakouts besprechen und wie man sie im Unterricht einsetzen kann. Zum Schluss werden wir einige der Apps und Spiele ausprobieren, die es zurzeit gibt und ein Spiel für unseren Unterricht erstellen. Man kann zwischen Quizlet, Kahoot!, genial.ly und goosechase (App) wählen, je nach Interesse.
13:15 - 14:30Mittagspause
15:00 - 16:00Plenarvortrag 5: Norma Wucherpfennig, L’art pour l’art Ästhetik und Fremdsprachenlernen oder Der Sinn der Sinnlichkeit
Die Fremdsprachendidaktik der 2000er Jahre ist stark vom GER (2001) geprägt, der einen Grundstein für die Messbarkeit von Kompetenzen legte. Die mit den Niveaubeschreibungen einhergehende Standardisierung schlägt sich seitdem deutlich in internationalen DaF-Lehrwerken nieder, in denen ästhetischen Aspekten wenig Raum gegeben wird. Zuletzt wurden jedoch neue Ansätze entwickelt, die stärker auf interpretativer, diskursiver bzw. symbolischer Ebene arbeiten, z.B. Didaktik der Literarizität (DOBSTADT/RIEDNER), Performative Fremdsprachendidaktik (SCHEWE), visual literacy bzw. Kulturelles Sehen (HALLET) oder die Symbolische Kompetenz (KRAMSCH). Im Vortrag werden einige Ansätze vorgestellt, die künstlerische Ausdrucksformen mit dem Fremdsprachenlehren/-lernen in Beziehung bringen. Darüber hinaus werden praktische Anregungen für den DaF-Unterricht gegeben.
• Magister in DaF und Erwachsenenbildung (Universität Leipzig)
• seit 2007: Dozentin in der Deutschabteilung des Sprachenzentrums der Unicamp (Brasilien)
• seit 2015: Koordination des interdisziplinären Projekts Theatergruppe „Die Deutschspieler” (zusammen mit Wanderley Martins) – Inszenierung von Stücken deutschsprachiger Autor_innen in zweisprachiger Fassung
• Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Fremdsprachendidaktik-/methodik, Einsatz authentischer Materialien, Wissenschaftssprache, Theater & Fremdsprachenlernen
16:00 - 16:30Kaffeepause
16:30 - 18:00Slot 7
Raum 1WS36
Romina Uehara / Marcia Braun (S3)
Praxiserkundungsprojekte in DLL - Lernen durch Erfahrung
Die praxisnahe Fort- und Weiterbildungsreihe des Goethe Instituts „Deutsch Lehren Lernen“ bietet Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit an, die eigene Unterrichtskompetenz auszubauen und im Unterricht neue Ideen auszuprobieren. Dafür sind die Praxiserkundungsprojekte sehr gut geeignet. Aber worum geht es da? Wie können sie Instrumente lebenslangen Lernens für Lehrkräfte werden? Das Ziel dieses Workshops ist es, mehr über die Praxiserkundungsprojekte zu erfahren. Anhand verschiedener Aktivitäten können die Teilnehmenden über ihre Lehrrealität reflektieren, überlegen, was sie im eigenen Unterricht ausprobieren und erkunden würden, und über verschiedene Vorschläge für eine mögliche Durchführung diskutieren..
Raum 2WS37
Ana Marina García /
Florencia Wortman (S1)
Kombinierte Fertigkeiten im handlungsorientierten DAF Unterricht
Im Workshop präsentieren wir verschiedene selbst überprüfte spielerische und produktorientierte Strategien, die mehrere Sprachfertigkeiten in einer aktiven, kooperativen und selbstständigen Aufgabe kombinieren. Wir stützen uns auf die Methodik „learning by doing", deswegen werden die Teilnehmer*innen von unserem Workshop die vorgeschlagenen Unterrichtsstrategien selbst erfahren, und nach den Aktivitäten zusammen darüber reflektieren, nicht nur wie sie im eigenen Unterricht angewendet werden können, sondern auch wie wir handlungsorientierter und autonomer arbeiten können. Die genannten Strategien können für verschiedene Niveaus und verschiedene Themenbereiche verwendet werden. Am Ende werden die Teilnehmer*innen ein Handout mit einer Zusammenfassung aller vorgeschlagenen Methoden bekommen.
Raum 3WS38
Domenika Eitzen (S2)
Entwicklung der Reflexionsfähigkeit durch Schüler - Feedback – eine Voraussetzung zur Veränderung und Verbesserung des eigenen Unterrichts
Das Ziel des Workshops ist es, das Feedback als eine Rückmeldung an die Lehrkraft zu sehen, um mithilfe dieser Rückmeldung den eigenen Unterricht zu verbessern. Dazu wird auf den Forschungsstand wie auch auf Bedingungen des Gelingens hingewiesen. Der Workshop gibt einen Überblick über den Sinn von Feedback. Weiter sollen die Teilnehmer bewährte Schüler - Feedbackmethoden (wie Blitzlicht, Stundenprotokolle durch Schüler, Fotodokumentation, SOFT-Analyse, Ampel-Feedback, Lerntagebuch, Fragebogen, Zehnerkatalog, Zielscheibe…von Hilbert Meyer) kennenlernen und sich darüber austauschen. Nach diesem Workshop sind die Teilnehmer methodisch in der Lage, ihren Unterricht durch das Schülerfeedback zu verändern. Schülerfeedback - Methoden (aus: Was ist guter Unterricht - Meyer 2011; Friedrich Jahresheft 2019).
Raum 4WS39
Anke Holzapfel / Adriana Cristiane Schlenker (S2)
Authentisches Fernsehen auf dem Smartphone im Unterricht? COOLl! – Praktische Ideen zum sprachlichen und kulturellen Lehren und Lernen mit der App uugot.it und der Plattform sCOOLing
Die App uugot.it versieht authentische Sendungen des österreichischen Fernsehens mit interaktiven Untertiteln und bietet einen personalisierten Lernbereich zur Wortschatzfestigung. Nach einer kurzen theoretischen Einführung widmet sich der Hauptteil des Workshops den Einsatzmöglichkeiten der App im Unterricht. Teilnehmende werden uugot.it und die Lernplattform sCOOLing aus der Perspektive sowohl der Lernenden als auch der Lehrenden kennen lernen. Dieser interaktive und praxisorientierte Workshop hat zum Ziel, Kompetenzen für den Einsatz authentischer Fernsehsendungen im Unterricht zu vermitteln. Teilnehmende werden dazu angeregt, das Potenzial für sprachliches und kulturelles Lernen mit uugot.it in ihrem Lehrkontext zu erkunden und erhalten praktische Tipps für den Einsatz der App.
Raum 5WS40
Dr. Marc Felfe (S3)
Wie produktiv und wie transparent, das ist hier die Frage! Partikelverben und DaF für Fortgeschrittene
Im DaF-Bereich werden die trennbaren Verben meist nur unter dem Aspekt ihrer Trennbarkeit und im Kontrast zu Präfixverben thematisiert. (Auch) Deshalb benutzen fortgeschrittene DaF-Lerner Partikelverben signifikant weniger als L1-Sprecher. Um das zu ändern, geht es in dem Workshop um die folgenden zentralen Eigenschaften von Partikelverben: Lexikalisierung und Transparenz, Produktivität, Motivation und Register. Wir erarbeiten Übungen, um die wesentlichen Erwerbsschritte zu unterstützen: segmentieren, konkrete Bildungen zu Mustern abstrahieren, Transparenz- und Produktivitätsgrade ermitteln und Partikelverben produktiv gebrauchen.
Raum 6WS41
Josefin Hahn (S3)
Arbeit mit Kurzfilmen im DaF-Unterricht
Die Arbeit mit dem Medium Film in der Zielsprache ist im kommunikativen Sprachunterricht eine Bereicherung für den Übungs- und Lernprozess und steigert oft die Motivation. Nach einer Differenzierung von Filmkompetenz und Filmbildung werden im Workshop zunächst spezifische Zielkompetenzen bei der Filmarbeit im DaF-Unterricht besprochen. Anschließend geht es um die Frage, warum sich Kurzfilme für den Fremdsprachenunterricht eignen. Neben den verschiedenen Übungsformaten werden auch Aufgabentypologien, vor dem Sehen, während des Sehens und nach dem Sehen besprochen. In der zweiten Hälfte werden drei Kurzfilme vorgestellt und in Gruppenarbeit im Hinblick auf die Arbeit im DaF-Unterricht analysiert.
Raum 7WS42
Graciela Liliana Laufer (S3)
Biographische Erzählung als Märchen Erzählung
Sprache ist Transformation und fungiert als Übergang in eine andere Welt. Biographische Erzählung ist ein Weg für jeden Schüler beim Einstieg in den Unterricht, den Mitschülern Zugang zu seiner eigenen Welt zuzulassen. Wenn man durch die Inspiration der Lektüre von Märchen seine eigene Lebensgeschichte erzählt, sie nochmal revidiert, Hand in Hand mit Literatur fantasiert, ist man mit dem Ziel der Sprache und der Literatur im Einklang. Zuerst möchte ich die Struktur der biografischen Erzählung mit der der Märchen knapp vergleichen, dann werde ich Schritte zeigen durch die der Lerner seine eigene Biographie in ein Märchen umwandeln könnte. So kann der Schüler/In neue Möglichkeiten für sich in der Zielsprache finden.
Raum 8WS43
Johannes Köck (S1)
"die Stunde mit dir selbst" - Poetische Landschaften und didaktische Spurensuche im Werk Reiner Kunzes
Der Workshop rückt eine zentrale literarische Figur beider deutscher Staaten in den Mittelpunkt der (vorwiegend didaktischen) Betrachtung, den Dichter Reiner Kunze. Er soll eine Einladung an die Teilnehmenden darstellen, sich auf einen poetischen und didaktischen, über 50 Jahre zurückgelegten künstlerischen Weg einzulassen und diesen produktiv zu beschreiten. Reiner Kunzes Werk soll unter Einbezug seines aktuellen Gedichtbandes „die Stunde mit dir selbst" (2018) sowohl literaturwissenschaftlich verorten als auch didaktisch fruchtbar gemacht werden, wobei konkrete Handreichungen für den Unterricht erarbeitet werden.